Pilgern 2026, Tag 1
Mir tut alles weh, also alles alles 😩. 24 km an Tag 1 sind wohl doch zu viel – zusammen mit dem körperlichen (schon vorhandenen) Gebrechlichkeiten und der deutlich nicht vorhandenen Fitness möchte ich einfach nur noch ins Bett liegen, mich nicht mehr bewegen und vor allem morgen keine weiteren 23 km laufen müssen. 👅
Aber mal der Reihe nach: gestern, Freitag, Anfahrt von Ulm über Göttingen nach Wismar für eine weitere Etappe der Via Baltica. Wie ihr euch vielleicht erinnert, haben Dani und ich in den Jahren 2022 und 2023 schon einmal Etappen der Via Baltica, einem norddeutschen Pilgerweg an der Ostsee „bezwungen“. Die erste ging von Usedom nach Greifswald, die 2. von Greifswald nach Rostock. Rostock Wismar sind wir nicht gelaufen, weil die Tagesetappen da jeweils um die 30km lang waren. Wenn ich mir diese Entscheidung (die Strecke nicht zu laufen) im Nachhinein anschaue, muss ich mir auf die Schulter klopfen und mich beglückwünschen….
Nach schlappen 8 Stunden hatten wir dann Wismar erreicht. Nachdem wir den geschwätzigen Wirt unserer Pension, der uns die raren Kneipen Wismars schmackhaft machen wollte, in einem Bogen dann vor dem Wolf und den Wildschweinen in Wismar gewarnt hat, um dann sich über Reporter die wegen DES WALS !!! zu beschweren, ging es in einem kurzen Spaziergang an den südlichsten Punkt der Ostsee

Am nächsten Morgen hieß es dann nach einer nur lauwarmen Dusche 😡 rein in die Schuhe (die zwischenzeitlich in den Schuhen wohnende Spinne wurde entfernt 😝) und laufen. Allerdings haben wir es mal nicht übertrieben , weil wir erstmal die Verpflegung des Tages sicherstellen mussten:

Wir hatten anfangs Schwierigkeiten, den Weg zu finden (wobei das heute irgendwie nicht nur anfangs so war ..) und sind frohen Mutes losgezogen.





Bis Mittag lief alles gut. In der Mittagspause jedoch wurden die ersten Blasenpflaster ausgepackt und die ersten Schritte nach der Mittagspause wurde sehr vorsichtig ausgeführt. Eigentlich hätte es uns da schon gereicht. Nach dem Loslaufen haben wir dann eine Abzweigung übersehen und haben ewig gebraucht, den Weg wieder zu finden. Wir wollen nicht mehr zurücklaufen, sondern haben versucht, in einem Bogen wieder auf den Pilgerweg zu kommen. Nach längerem Suchen – unsere Laune verfinsterte sich in gleichem Maße wie der Himmel – fand sich dann der Weg wieder.



Die letzten Kilometer sind wir dann nur noch vor uns hingetrottet – schweigend, völlig fertig, nur noch darauf konzentriert, einen Fuss vor denn nächsten zu setzen und in in Selbstmitleid badend. Zu allem Überfluss hat es 1 km vor dem Ziel angefangen zu regnen – um dann in einem sehr kalten Pfarrhaus anzukommen.

Nachdem wir die Heizung aufgedreht hatten, warm geduscht und heißen Tee getrunken haben, ging es erneut nach draußen zum Essen. Wie haben unsere Füsse protestiert- aber der Magen hat im Wettstreit mit den Füssen gewonnen 🤭
So, jetzt liegen wir in unseren Bettchen und werden uns nicht mehr bewegen. Wobei… wahrscheinlich werden die Füsse im Wettstreit mit einer vollen Blase wieder den Kürzeren ziehen 😊
Die „Spinne“ war ein Fucktopus 😉
Respekt vor so viel Disziplin! go girls 💪👣